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188. Internationale Kunstauktion - Teil II

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Lot 1900

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Lot 1900: Wilhelm Trübner

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €14,000 {{user_lang.PASSED}}



(1851 Heidelberg - 1917 Karlsruhe)
Die schlafwandelnde Lady Macbeth
Trübner schildert in diesem frühen, um 1882 entstandenen Gemälde, die berühmte 1. Szene zu Beginn des 5. Aktes in Shakespeares Drama "Macbeth". In dieser begegnen ein Arzt und eine Kammerdienerin der schlafwandelnden Lady Macbeth. Der Maler konzentriert seine Darstellung ganz auf den schaurigen Moment, in dem Lady Macbeth, ihre erhobene Hand betrachtend, ausruft: "Yet here’s a spot" (Da ist noch ein Fleck). Doch das vermeintliche Blut ihrer Mordopfer auf ihrer Hand ist eine Täuschung, die Lady Macbeth schließlich zum Suizid treiben wird. Trübner führt in der Figur ebenso eindringlich wie Shakespeare selbst die durch Schuldgefühle hervorgerufene seelische Zerrüttung der Lady Macbeth vor Augen. Das Gemälde entstand in Trübners Münchener Zeit (1875 - 1895) und gehört zu den Werken, für die Trübner den eigenen Begriff des "Begebenheitlichen" geprägt hat, also jene die auf historischen, mythologischen oder wie in diesem Fall auf literarischen Stoffen basieren. Zu den Künstlerkollegen, mit denen sich Trübner in den 1880er Jahren intensiv austauschte, zählten neben Hans Thoma vor allem Lovis Corinth, Max Slevogt und Max Liebermann. Trübner hat das Lady Macbeth-Motiv mehrfach dargestellt: am nächsten kommt der vorliegenden Version ein 1882 entstandenes, nur wenig größeres Gemälde, das Lady Macbeth ebenfalls in einem Kreuzgang darstellt (Vgl. Joseph August Beringer: "Trübner. Des Meisters Gemälde", Stuttgart/Berlin 1917, Abb. S. 145), das bereits 1888 in einer Heliogravüre von Gebbie & Husson Co. Ltd. in London publiziert wurde. Es zeigt die Protagonistin ebenso ganzfigurig und in identischer Pose bei der Betrachtung ihrer Hand, doch variierte er insbesondere die Position des Arztes und der Kammerfrau. Während diese im Gemälde von 1882 noch rechts im Hintergrund als offensichtliche Zuschauer des Geschehens erscheinen, hat er die Komposition bei diesem spannungsreicher gestaltet, indem sich diese halb hinter einer Säule verbergen. Das entspricht auch dem Text des Dramas: "Beobachtet sie, versteckt Euch!". 1882 entstand überdies eine Darstellung der Lady Macbeth als Halbfigur (Beringer, Abb. S. 144), zwei weitere, kleine Gemälde der Lady Macbeth befanden sich in Trübners Nachlass (Vgl. Rudolph Lepke, Berlin, Auktion 1806 B, 31.5-3.6.1918, Los 131 und Los 145). Eine Bleistiftzeichnung mit dem gleichen Motiv der schlafwandelnden Lady Macbeth (ebenfalls um 1882), 1918 aus dem Nachlass Trübners erworben, besitzt das Städel-Museum (Inv.-Nr. SG 602). Öl/Lwd., doubl.; L. u. sign.; 101,5 x 90 cm. Rahmen.
Lit.: Klaus Rohrandt: "Wilhelm Trübner (1851-1917): Kritischer und beschreibender Katalog sämtlicher Gemälde (...)", Diss. Kiel 1971/72, Bd. 2, Teil 1, S. 312, Kat.-Nr. G 391.
Oil on canvas, relined. Signed. Mentioned in the catalogue raisonné.


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