Lot 642: Seltene Kaffeekanne von Meissen mit virtuoser
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Braunsdorfer Blumenmalerei
Über dem Rundstand balusterförmiger Korpus mit rocailleförmigem Henkel, geschwungener, blattreliefierter Röhrenausguss. Passig aufgewölbter Deckel mit Eichelknauf. Beidseitig, in Anfängen miteinander verbundene, sich um die Wandung schmiegende Rosensträucher aus gelben und orangefarbenen Rosen sowie Vergissmeinnicht in weicher, polychromer Malerei, wohl von Prof. Julius Eduard Braunsdorf, auf zarttonigem gelben Fond. Korrespondierender Dekor auf dem Deckel. Minim. rest.; Schwertermarke. H. 20,5 cm.
Der seit 1862 als Blumenmaler tätige J. E. Braunsdorf (1841 - 1922) löste sich von der traditionellen Meissener Bukett-Malerei und entwickelte gegen Ende des 19. Jhs. eine impressionistische Blumenmalerei mit weichem, lasierendem Duktus und zarttoniger Farbpalette, mit dem er nachfolgende Manufakturmaler sowie die Meissener Blumenmalerei nachhaltig prägte. Er wurde im Jahre 1900 zum Professor ernannt.
Vgl. Jedding, Meißener Porzellan 19. und 20. Jh., S. 101, Nr. 100, Berling, Festschrift, S. 109, Sonntag, Sprache der Blumen, S. 88 ff.; Neuwirth, Porzellanmaler-Lexikon, Bd. I, S. 166.
A rare porcelain coffee pot finely painted with rose bushes and forget-me-nots, probably by J. E. Braunsdorf. Minor restored. Crossed swords mark.
Meissen. Um 1900.



