Lot 424: Museale gotische Reliquienmonstranz
View description{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €5,000 {{user_lang.PASSED}}
Silber, vergoldet. Sechspassiger Stand mit mehrfach profiliert ansteigendem Standring und sehr fein ornamentiert durchbrochen gearbeitetem Rand. Auf dem Stand, von zarten, gravierten Profillinien gerahmtes, reliefplastisches Tatzenkreuz sowie ein Kruzifix über schraffiertem Grund in passig geschweiften Kartuschen. Korrespondierender, sechsfach gekanteter Balusterschaft, mittig mit gedrücktem, leicht gebuckeltem, floral und geometrisch verziertem Nodus mit sechs sog. Rotuli, besetzt mit rautenförmigen Karneolen. Der Schaft umzogen von Kreuzdekor und leuchtendem, blau emailliertem Grund. Über blütenförmigem Ansatz ober- und unterhalb akzentuiert mit gefassten Bergkristall- und Karneolcabochons das zylindrische Reliquiar aus Bergkristall, übergehend in architektonische Bekrönung in Form einer konischen Turmspitze. Obenauf ein kleines Kruzifix, flankiert vom Apostel Johannes und Maria. Ein Stein fehlt. Besch.; Ges.-Gew. 1230 g. H. 54 cm.
Der sechspassige Stand und der gekantete Schaft folgen dem Typus von Abendmahlskelchen und Monstranzen, der bereits im 15. Jh. üblich war. Vergleichbare zylindrische Reliquienmonstranzen befinden sich u. a. im The Walters Art Museum, Baltimore Maryland, Inv.-Nr. 53.51, im Louvre, Paris, Inv.-Nr. OA 7752 sowie im Augustinermuseum, Freiburg, Inv.-Nr. 11720. Vgl. Seyderhelm, Goldschmiedekunst des Mittelalters, Kat.-Nr. 105 (Stand und Standring); Kat. des Kunstgewerbemuseums Köln, Rheinischer Silberschatz, S. 23, Abb. 11; Seling, Bd. II, Abb. 12 (Ostensorium).
A museum probably South German Gothic gilt silver, partly enamelled and rock crystal monstrance reliquaire. Cracked.
Wohl Süddeutsch. 16. Jh.
