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190. Internationale Kunstauktion - Teil II

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Lot 1829

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Lot 1829: Lovis Corinth

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €120,000 {{user_lang.PASSED}}



(1858 Tapiau - 1925 Zandvoort)
Zentaurenpaar
Das furios gemalte Werk mit dem sich begierig vereinigenden Zentaurenpaar entstand 1917, einige Jahre nachdem Corinth im Jahr 1911 - auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffenskraft - einen Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich (auch malend) nur allmählich erholte. Für Corinth gehörten Verführung, Sinnlichkeit und Lust zu den essentiell wichtigen Themen, die er immer wieder aufgriff. Kaum ein anderes Motiv ist so zentral im Oeuvre Corinths verankert wie der Akt. Er zeigte den natürlichen, unbekleideten, menschlichen Körper in den unterschiedlichen Variationen, sowohl als Modell im Atelier als auch in mythologischen Zusammenhängen und deftig sinnlich-intimen Szenen. Corinths weiblichen Akten wohnt eine unmittelbar sinnliche Ausstrahlung inne, doch auch seine mythologischen Darstellungen sind Ausdruck sinnenfroher, handfester Begehrlichkeit wie beim vorliegenden Gemälde. Das hier geschilderte Mischwesen Zentaur ist in seiner Vereinigung von Pferd und Mensch der traditionelle Inbegriff von Vitalität und Manneskraft, auch Corinth dürfte ihn in diesem Sinne verstanden haben. Demgegenüber wirkt und agiert die hierin als Zentaurin dargestellte Frau zugleich als Verführerin und Lustobjekt. Eine derartig sinnliche Zentaurin war ebenso wie Frank Wedekinds "Lulu" oder Oscar Wildes dämonische "Salomé" Ausdruck geheimer männlicher, erotischer Traumfantasien ihrer Zeit. Ein Höhepunkt in der Kunst bildeten sicherlich die 1889-1912 als Gemälde und Radierung ausgeführten Bilder "Die Sinnlichkeit" bzw. "Die Sünde" Franz von Stucks. Schon Wilhelm Trübner hatte 1878/80 Zentaurenpaare gemalt, ihm folgte Franz von Stuck, der mit diesem Motivkreis viel Erfolg hatte. Corinth, der 1884-1901 in München lebte, dürfte die Werke seines Kollegen sicherlich gekannt haben. Allerdings kommt er zu völlig anderen Aussagen, denn für ihn war der mythologische Stoff lediglich ein Vorwand, um seinem Naturell gemäß urwüchsig animalischer Sinnlichkeit in seiner eigenen Interpretation zu zeigen. Öl/Lwd., auf Karton kaschiert. R. o. sign. u. dat. 1917. 54,5 cm x 80,5 cm. Rahmen.
Ausstellung: Galleria d'Arte, Rom 1963.
Lit.: Georg Biermann, Der Zeichner Lovis Corinth, Dresden 1924, S. 56 (mit Abb. der Zeichnung "Studie zum Kentaur / Berlin 1911"); Charlotte Berend-Corinth: "Lovis Corinth. Die Gemälde", neu bearbeitet von Béatrice Hernad, München 1992, Wvz.-Nr. 1002, S. 907.
Provenienz: Sammlung Palais Schwarzenberg, Wien, versteigert 1932 durch das Wiener Auktionshaus Albert Kende, Kat.-Nr. 127 (mit Abb. unter dem Titel "Satyr mit Nymphe", dat. 1912); Privatbesitz England; Privatsammlung Italien; Auktion Ketterer München, 02.06.2006, Lot 324.
Oil on canvas, laid down on canvas. Signed and dated 1917. Mentioned in the catalogue raisonné, no. 1002.


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