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183. Internationale Kunstauktion- Teil II

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Lot 1735

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Lot 1735: Sebastian (Sébastien) Stoskopf(f)

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €105,000 {{user_lang.PASSED}}



Sebastian (Sébastien) Stoskopf(f) (1597 Straßburg - 1657 Idstein)
Stillleben mit Spanschachtel, Zitrusfrüchten, Blumenvase und Distelfink
Auf einer Tischplatte arrangiertes Stillleben aus einer länglich-ovalen, geöffneten Spanschachtel mit seitlich am Rand aufgestütztem Deckel, wodurch der Blick des Betrachters auf die darin liegenden drei grünen Orangen, eine kontrastierend leuchtend rote Orange und zwei Zitronen freigegeben wird. Davor liegend eine aufgeschnittene, halbierte Zitrone und ein Zweig mit zwei grünen Orangen. Dessen beblätterter Stiel weist auf eine transparente Glasvase mit eingestelltem, rotem Anemonenstängel, die in ihren virtuos wiedergegebenen Reflexionen ein Fensterkreuz widerspiegelt. Belebt wird das Stillleben durch einen Stieglitz, der aus der Vase Wasser trinkt. In Motiv und Stil für den Künstler repräsentatives Stillleben aus dessen Pariser Schaffensperiode in den 1630er Jahren. Stoskopf lernte bei dem in Hanau tätigen Maler Daniel Soreau und übernahm 1619 dessen Werkstatt; 1622-1639 war er in Paris tätig, bevor er in seine Heimatstadt Straßburg zurückkehrte. In seinen meist auf wenige Objekte konzentrierten Stillleben kehrt mehrfach das Element einer Spanschachtel wieder - u. a. auf Gemälden im Louvre in Paris, im Metropolitan Museum of Art in New York und in der Alten Pinakothek in München. Im Zusammenhang dieses Gemäldes dient sie allerdings ganz offensichtlich einer christlichen Deutung. Während die Früchte auf das verlorene Paradies aus dem Alten Testament verweisen, sind die Kreuzreflexionen auf der Vase, die blutroten Blüten und der sich labende Distelfink ikonographisch eindeutig lesbare Symbole für die Passion und den Kreuzestod Christi. Dieser führt theologisch als sog. "neuer Adam" zur Erlösung der Menschheit und zu neuem Leben in einem neuen Paradies. Öl/Lwd., doubl.; 41 x 57,5 cm. Rahmen.
Beigefügt: Gutachten von Frau Dr. Birgit Hahn-Woernle, 27.04.2016.
Vgl. Jörg Völlnagel: "Vanitas vs. optische Sensation. Zu den Stillleben von Sebastian Stoskopff (1597 - 1657)", Beiheft 3/2006 von "PhiN" (Philologie im Netz), Hrsg. Peter Schneck.
Oil on canvas, relined. Accompanied by an expertise from Birgit Hahn-Woernle, 27th of April 2016.


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