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Nachlässe & Sammlungen
Zum Spannendsten für uns gehört es, teilweise völlig unberührte, in Jahrzehnten oder sogar über ein Jahrhundert zusammengetragene Sammlungen und Nachlässe mit oft wahren Schätzen zu entdecken.
Bedeutende und originelle Provenienzen, Objekte berühmter Persönlichkeiten oder Sammlungen, aus Adels-, Fürsten- und Königshäusern können das Interesse der Sammler zusätzlich wecken und deutlich preissteigernd wirken.
Möchten auch Sie Ihre Privatsammlung ganz oder teilweise auflösen, Sie sind Erbe oder eine Erbengemeinschaft einer umfangreichen Sammlung oder besitzen eine Unternehmungssammlung, die Sie geschätzt und adäquat versteigert wissen wollen?
Gerne begleiten wir Sie vertrauensvoll von der Besichtigung über die individuelle Bewertung und den Transport bis hin zur abschließenden Auktion. Betreut werden Sie hierbei von einem Expertenteam mit langjähriger Erfahrung im Kunsthandel. Die in unseren Auktionen angebotenen Objekte sind das Ergebnis einer sorgfältigen Auswahl durch die Experten unseres Auktionshauses, die Kunst und Antiquitäten aus unterschiedlichsten Sammlungen sichten, studieren und bewerten.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte konnte eine Reihe von bedeutenden und umfangreichen Sammlungen, Nachlässen und Inventaren versteigert werden.
Über etliche Generationen hinweg gewachsen war die bedeutende, 2024 versteigerte Sammlung der Frankfurter Bankiersfamilie von Bethmann mit einer reichen Kollektion von Objets de Vertu, Silber, Porzellan und Gemälden. Von exzeptioneller Qualität und Seltenheit war insbesondere ein Dutzend Dosen des 18. Jahrhunderts, darunter fünf museale höfische Louis XV- und Louis XVI-Goldtabatieren Pariser Meister, die bis zu 65.000,- Euro erlösten. Für die 76 Objekte der Sammlung konnten insgesamt 235.000,- Euro erzielt werden.
Kontrapunkte, unterschiedliche Konzepte und Geschichten in den letzten Auktionen bildeten drei höchst unterschiedliche Sammlungen. Während der norddeutsche Unternehmer Horst Abke (1938 - 2023) in einem Crossover qualitätvolle Kunst- und Antiquitäten zu einem geschmackvollen Ensemble zusammentrug, konzentrierte sich der Düsseldorfer Dr. Günter Ulbricht (1927 – 1992) ganz auf die deutsche Kunst der Gegenwart und trug eine der bedeutendsten Beuys-Komplexe zusammen, kaufte aber auch die Steinskulpturen von Ulrich Rückriem zwischen Minimal Art und Konzeptkunst.
Dagegen war der Berliner Architekt und Denkmalpfleger Günther Koepping (1936 – 2018) fasziniert vom Reich der Mitte. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte trug er eine bedeutende China-Sammlung von 600 Objekten zusammen – Steinzeug, Porzellan, Bronzen und vor allem 300 Jade-Schnitzereien, welche die Blüte und Höhepunkte chinesischer Kunst während der unterschiedlichen Dynastien widerspiegelten. Verteilt auf drei Auktionen konnte diese zum allergrößten Teil mit oft beträchtlichen Steigerungen verkauft werden.
Zu den größten, höchst erfolgreich versteigerten Sammlungskomplexen der letzten Jahre gehörte 2022/23 die bedeutende norddeutsche Glassammlung von Dr. Zahn, die aufgrund ihres Umfangs auf drei Auktionen verteilt werden musste. Dieser hatte seit den 1980er-Jahren im Kunsthandel mit Begeisterung, Sachkenntnis und exzellentem Auge für Qualität eine Kollektion von weit mehr als 1000 Objekten zusammengetragen. Diese umfasste sowohl Gebrauchsglas als auch die Glaskunst von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert, die Wiener Moderne und das böhmische Jugendstilglas sowie dem französischen Art Nouveau und Art Déco eindrucksvoll repräsentierte. Dementsprechend hoch war der Gesamterlös von über 715.000,- Euro.
Mit vergleichbarer Passion trug Werner Hauger (1936 - 1997) in Baden-Baden seine Silberkollektion zusammen, aus der wir eine Auswahl erstklassiger Stücke anbieten konnten. Hauger war ein wahrer Meister des Sammelns als Kunst für sich. Ganz nach dem Leitmotto, nicht das Gute zu erwerben, sondern nur das Beste, konzentrierte er seine Sammelleidenschaft unter einer Leitidee und legte seinen Fokus primär auf luxuriöse höfische Silberarbeiten der Régence-Zeit zwischen 1680 und 1740 in zumeist kunstvoll verziertem und fein graviertem Vermeil.
In die Geschichte eintauchen konnte man 2012 durch die Sammlung des Kölner Juristen, Reichstagsabgeordneten, Förderers des Kölner Dombaus und Kölner Ehrenbürgers Dr. August Reichensberger (1808 – 1895), die im Familienbesitz erhalten blieb. Außer privaten Dokumenten und Tagebüchern umfasste sie u. a. seltene Meisterblätter von Albrecht Dürer, Kunst der Spätgotik, Barock-Silber, aber auch einen neogotischen Ehrenpokal seines rheinischen Wahlkreises für den Politiker aus dem Jahr 1879, für den ein Spitzenpreis erzielt wurde.
Der Zuspruch hält bis heute an. In fast allen Sparten konnten wir als Generalist komplette Sammlungen, große und kleinere Kollektionen höchst erfolgreich versteigern - sei es eine Sammlung mit Gemälden der Skagener Künstlerkolonie, eine erlesene Waffensammlung eines norddeutschen Connaisseurs, der Nachlass des bekannten Hamburger Porzellanexperten Dr. Hermann Jedding, die extravagante Sammlung von Dr. Gabriele Lüth aus ihrer Villa in Hannover (mit Design-Klassikern, Memphis-Objekten, Pop und Contemporary Art) oder auch die niederländische Sammlung Dobbelmann mit mehr als 1000 Puppen.
2010 wurde uns eine bedeutende norddeutsche Kunstsammlung aus dem Nachlass eines norddeutschen Unternehmers anvertraut. Ein Schwerpunkt seiner Sammlung war die Malerei der Romantik bis zum Impressionismus. Hierunter erlöste allein eine kleine, erlesene Kollektion von dreizehn Gemälden mit Werken von Barend Cornelis Koekkoek, Petrus van Schendel, Arturo Ricci und Alexander Koester über 1,4 Millionen Euro.
2008 wurde das historisch gewachsene Inventar des Rittergutes Lucklum bei Wolfenbüttel, bis 1809 Deutschordenskommende und einer der Hauptsitze des Deutschen Ordens bei uns versteigert. Mobiliar, Gemälde und Skulpturen spiegelten die adelige und großbürgerliche Wohnkultur der Besitzergenerationen über die Jahrhunderte wider. Zu den repräsentativen Ausstattungsstücken gehörte außer der Marmorskulptur „Eva“ des viktorianischen Bildhauers Raffaelo Monti (Zuschlag 70.000,- Euro) auch eine Puppenvilla der Belle Epoque (Zuschlag 16.000,- Euro).
Als sich der bedeutende zeitgenössische deutsche Maler Georg Baselitz 2006 nach 30 Jahren von seinem Wohnsitz Schloss Derneburg bei Hildesheim (heute Kunstmuseum Schloss Derneburg/Hall Art Foundation) trennte, wurde dessen exklusives, gesammeltes Mobiliar auf Schloss Ahlden versteigert. Eine besondere Vorliebe hegte der Künstler für die kraftvolle Wucht des Barock ebenso wie für den straffen, strengen Klassizismus und Empire sowie für den eleganten französischen Art Déco. Der Gesamterlös betrug 380.000,- Euro, Highlights waren ein Barock-Sakristeischrank aus Kloster Ebrach bei Würzburg (Zuschlag 24.000 Euro), eine Kollektion von fünf Stobwassertischen (Zuschläge 9.500 bis 28.000 Euro) und ein Art-Déco-Ensemble von Edgar-William Brandt aus der Zeit um 1930 (Zuschlag 46.000 Euro).


Freya Lückemann
Kundenservice & Akquisition
Unverbindliche Schätzungen
Gerne können Sie uns auch Fotos und Unterlagen von den zur Disposition stehenden Objekten an info@schloss-ahlden.de oder per Post zukommen lassen.
