Unser Angebot spiegelt die ganze Vielfalt der Epochen, Techniken und Dekore wider. Zu den frühesten Objekten zählen italienische Majoliken sowie Siegburger, Raerener, Kölner, Frechener und Creußener Steinzeug des 15. bis 17. Jahrhunderts.
Aus Urbino stammte eine bedeutende Majolika-Zierschale mit Darstellung der Predigt des Hl. Paulus in Athen von 1550 (Erlös 32.000 Euro).
Vornehmlich als prunkvolle Schaustücke dienten die Krüge aus dem fränkischen Creußen wie der früheste bekannte, datierte Creußener Renaissance-Krug von 1611 (Erlös 17.500 Euro) und ein repräsentativer sog. „Apostelkrug“, der 1660 für den Rothenburger Bürgermeisters Nikolaus Göttlingk ausgeführt wurde (Erlös 9.000 Euro).
Seit dem 17. Jahrhundert wurde das niederländische Delft ein Zentrum der Fayence-Kunst, wo um 1680 in der Manufaktur Het Jonge Moriaenshooft ein Paar seltener Ziervasen mit Chinoiserien entstand (Erlös 8.000 Euro).
Zu Blüte weiter entwickelt wurden Fayencen in Deutschland ab circa 1680 in Frankfurt und dem benachbarten Hanau, später auch in vielen norddeutschen und süddeutschen Manufakturen wie Ansbach, Bayreuth, Crailsheim, Dorotheenthal, Erfurt und, Magdeburg. Zu den begehrten Raritäten zählen Objekte aus der kleinen Manufaktur Göggingen bei Augsburg, die nur 1748-1752 bestand. Eine große Enghalskanne mit Dekor in kobaltblauer Scharffeuermalerei zeigte Allegorien des Wassers, u.a. mit Muschelmotiven und einem Delfin (Erlös 50.000 Euro).
Schon im Jugendstil und Art Déco entdeckten auch viele Künstler, Maler und Bildhauer die großen Entfaltungsmöglichkeiten, welche die Keramik ihnen bot. 1922 modellierte der Bildhauer Josef Wackerle die annähernd lebensgroßen Majolika- bzw. Fayence-Figuren der „Vier Erdteile", die in der Nymphenburger Manufaktur ausgeführt wurden, die er auf der "Deutschen Gewerbeschau" in München (1922), auf der berühmten III. Internationalen Kunstgewerbeausstellung in Monza (1927) sowie in der Ausstellung "Europäisches Kunstgewerbe 1927" im Leipziger Kunstgewerbemuseum (Grassi-Museum) zeigte (Erlös 37.500 Euro).
Legendär ist die Zusammenarbeit von Pablo Picasso mit der Keramikwerkstatt Madoura im südfranzösischen Vallauris, wo auch Editionen nach Picasso-Entwürfen in limitierten Auflagen entstanden. In Ihnen kommt die die bis ins hohe Alter ungebrochene, große Schaffenskraft zum Ausdruck. 1953 entstand die Künstlerkeramik-Platte "Corrida sur fond noir" mit Stierkampfmotiv (Erlös 12.000 Euro), 1964 die „Petit Buste de Femme" (Erlös 19.000 Euro), 1969 der Krug mit Gesicht "Visage aux points" (Erlös 13.500 Euro).