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193. Internationale Kunstauktion - Teil II

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Lot 1692

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Lot 1692: Heinrich Zille

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €9,000 {{user_lang.PASSED}}



(1858 Radeburg - 1929 Berlin)
Berliner Straßenszene mit Straßenbahn
An der Haltestelle einer Straßenbahn ("NeuKölln Kottbusser Tor Ri(chtung...)" spielen sich chaotische Szenen ab, als bei dem Gedrängel des Einsteigens in eine bereits dicht besetzte Straßenbahn, eine Braut- und Trauergesellschaft sowie andere Fahrgäste zusammentreffen. Auf der linken Bildseite liegen gestürzte Menschen übereinander, andere sind noch im Begriff zu fallen, das Brautpaar kann gerade noch zur Seite fliehen, links im Vordergrund bellt ein kleiner Hund und eine brennende, fallengelassene Zigarette liegt am Boden; demgegenüber auf der rechten Bildseite eine feierliche, schwarz gekleidete Trauergesellschaft aus Männern mit Zylindern, Trauerkranz und Fahne in Schwarz, neben ihnen eine ältere Frau mit Kopftuch und kleinem Sarg im Arm; vor der Straßenbahn und an der offenen Einstiegsplattform eine dicht geballte Menschenmenge, teilw. schreiend, mit erhobenen Fäusten und Stöcken. Heinrich Zille zeigt sich in dieser an Wilhelm Busch erinnernden, bitterbös humorvollen Zeichnung als großer Meister der Situationskomik, bei der er sowohl die einzelnen, genau studierten Figuren als auch höchst lebendig das Momentane des Geschehens eindringlich schildert Zille war von William Hogarth begeistert, er studierte bei dem Maler, Illustrator und Karikaturisten Professor Theodor Hosemann an der Königlichen Kunstschule, einem humorvollen und präzisen künstlerischen Beobachter des Altberliner Kleinbürgertums und Spießers. Hosemann gab ihm den Rat auf den Weg: "Gehen Sie lieber auf die Straße raus, ins Freie, beobachten Sie selbst, das ist besser als nachmachen (...)". Zille nahm sich diesen Rat offensichtlich zu Herzen, wie auch die vorliegende Zeichnung einer überspitzten Szene aus seinem Berliner "Milljöh" zeigt. Um 1900 konnte Heinrich Zille erste Zeichnungen ausstellen und in Zeitschriften wie "Simplicissimus", "Jugend" und "Die Lustigen Blätter" veröffentlichen. 1903 wurde Zille Mitglied in der neu gegründeten "Berliner Secession". Innerhalb weniger Jahre erreichte er danach große überregionale Bekanntheit, Anerkennung und Popularität. Auf Max Liebermanns Vorschlag wurde Zille 1924 mit der Ernennung zum Professor schließlich Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Tuschpinsel u. -feder mit Deckweiß/Papier. L. u. sign. u. dat. 1919. 27 cm x 43 cm. Rahmen.
Lit.: Gerhard Flügge and Margarete Köhler-Zille (Hrsg.): "Heinrich Zille. Berlin aus meiner Bildermappe". Rudolstadt, Greifenverlag, 1969, Abb. S. 195; Winfried Ranke: "Vom Milljöh ins Milieu. Heinrich Zilles Aufstieg in der Berliner Gesellschaft", Hannover, Fackelträger Verlag, 1979, S. 298, Abb. S. 299.
Provenienz: Deutsche Privatsammlung, Berlin.
Brush, pen and Indian ink with whitening on paper. Signed and dated 1919.


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