Lot 792: Seltener früher Meissen Eistopf mit Dekor "Gelber Löwe"
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auch sog. Deckeltopf. Über dem Rundstand haubenförmig gewölbter Korpus mit rocailleförmigen Hermen-Griffen. Passiger, runder Deckel mit kapuzinerbrauner Kontur, glockenförmig zulaufendem Griff und Pinienzapfen-Bekrönung. Beidseitig der Wandung und auf dem Deckel feiner Kakiemondekor nach japanischem Vorbild mit gelbem Löwen (bzw. gestreiftem Tiger), sich um einen Bambusstab windend. Unweit ein blühender, sich weit verzweigender Prunusbaum sowie Indianische Blütenzweige. Polychrome Malerei mit dezenter Goldstaffage. Form-Entw. wohl Johann Christoph Lücke. Minim. rest.; Minim. Haarriss. Schwertermarke. H. 30 cm.
Bereits 1731 gelangte der Dekor "Gelber Löwe" auf Meissener Porzellan im Kontext der "Hoym-Lemaire"-Affäre in die Slg. August des Starken. Ab 1734 entstanden für den königlichen Hof August III. oder in dessen Auftrag zumindest drei Service mit Kakiemon-Dekoren, darunter auch eines mit "Gelbem Löwen". Der Tiger, nach ostasiatischer Vorlage fälschlich als Löwe interpretiert, diente als Herrschersymbol, weswegen dieser Typ Service im 18. Jh. dem Hof vorbehalten war.
Vgl. Gielke, Kat. Slg. Grassimuseum, Nr. 73; Bursche Kat. Kunstgewerbemuseum Berlin, Nr. 149; Pietsch, Triumph der blauen Schwerter, S. 277, Nr. 237-239; Weber/Eikelmann, Kat. Meißener Porzellan nach ostasiatischen Vorbildern, Bd. II., S. 265f.; Shono, Abb. 73 (Form).
A rare early porcelain ice pot with yellow lion decor. Minor restored. Minor hairline crack Crossed swords mark.
Meissen. Um 1730 - 1735.
