Lot 762: Bedeutender Tafelleuchter aus dem Meissener Schwanenservice
View description{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €24,000 {{user_lang.PASSED}}
Aus dreiseitig geschweiftem, geripptem Stand mit stark plastischen Muschelreliefs volutenartig aufsteigender Schaft mit Puttenpaar, in vasenförmige Tülle übergehend. Am Schaft zwei kartuschengerahmte Allianzwappen von Graf Heinrich von Brühl und seiner Gemahlin Franziska von Kolowrat-Krakowsky. Feine polychrome Malerei mit reicher Goldstaffage. Entw. Johann Friedrich Eberlein, 1739. Former-Nr. "46" wohl für Elias Grund Sen.; Rest.; Schwertermarke. H. 24 cm.
Die Gestaltung folgt dem Entwurf eines Leuchters mit Putten des französischen Bildhauers und Architekten Juste Aurèle Meissonnier. Ein Kupferstich dieses Leuchters von Louis Desplaces aus der Zeit zwischen 1723 und 1735 befindet sich im Archiv der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Aus Eberleins Aufzeichnungen aus dem Jahr 1739 geht hervor: "1 Tafelleuchter vor Ihro Excellenz den Herrn Graf von Brühl mit zweyen Kindern, zweyen Schültern (Wappenkartuschen) und vielen Muschel wercke." Das ursprünglich ca. 2200 Teile umfassende Tafelservice, das Heinrich Graf von Brühl, Direktor der Meissener Porzellanmanufaktur unter August III., 1736 in Auftrag gab, ist das prächtigste Porzellanservice des 18. Jhs. und ein zentrales Werk der Meissener Porzellankunst. Es wurde von Johann Joachim Kaendler entworfen und unter Mitwirkung seiner Mitarbeiter Johann Friedrich Eberlein und Johann Gottlieb Ehder zwischen 1737 und 1741 modelliert. Weitere Tafelleuchter lassen sich in bedeutenden Kollektionen finden, u.a. Dresden, Porzellanslg., Inv.- Nr. P.E. 1442 oder in Schloß Lustheim, Stiftung Ernst Schneider, Inv.-Nr. ES 416 und ES 417.
Vgl. Pietsch, Kat. Schwanenservice, Nr. 41, S. 167; Eikelmann, Kat. Slg. Schneider, Schloß Lustheim, Nr. 137, S. 344f.
Provenienz: ehemals aus dem Besitz von Heinrich Graf von Brühl.
An important porcelain candelabra from the swan service with the alliance coat of arms of the Count of Brühl and his wife. Restored. Former's mark. Crossed swords mark.
Meissen. Um 1739 - 1740.







