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192. Internationale Kunstauktion - Teil II

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Lot 1632

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Lot 1632: Anton Graff

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €28,000 {{user_lang.PASSED}}



(1736 Winterthur - 1813 Dresden)
Ovales Porträt von Marie Madeleine (Magdalene) Platzmann geb. Lautier
Graff, der als Schöpfer des bürgerlichen Frauen- und Männerporträts in Deutschland gilt, schildert Marie Madeleine Platzmann in einem getupften weiß-rosafarbenen Seidenmantel und mit einem zarten, weißen Chiffontuch, das sie locker am Hals geknotet und über ihr grau gepudertes Haar gelegt hat. Graffs Meisterschaft, dem Wesen einer Person in seinen Porträts künstlerischen Ausdruck zu verleihen, zeigt sich auch in diesem um 1775 entstandenen Bildnis. Er legte es mit weich modellierender Lichtführung vor einem dunklen, neutralen Hintergrund an, höchst subtil nuanciert im Kolorit. Virtuos hat Graff die Stoffe wiedergegeben, doch legt er sein eigentliches Hauptaugenmerk auf den Ausdruck des sanften Gesichts, wie sie uns mit offenem Blick, glänzenden, regen Augen und leicht angedeutetem Lächeln entgegnet, wodurch eine vertraute, dialogartige Beziehung zum Betrachter entsteht. Die Dargestellte war eine Tochter des Berliner Hofjuweliers Pierre Lautier und heiratete 1752 den Berliner Seidenfabrikanten Jean (Johannes) Platzmann (1720 - 1770), nach dessen Tod in zweiter Ehe den preußischen Geheimrat Pierre Vigne. Hierdurch gehörte sie weiterhin zur gehobenen Gesellschaft, daher war kaum ein Anderer und Besserer geeignet, als Graff, um sich porträtieren zu lassen. Der weilte oft in Berlin, um dort Bildnisse auszuführen (und seinen Schwiegervater Johann Georg Sulzer zu besuchen). Das vorliegende Gemälde zeigt sie somit als ungefähr 45-jährige Dame. Bei dem vorliegenden, bisher unpublizierten Gemälde dürfte es sich um eine der drei von Graff eigenhändig für die Kinder Platzmanns angefertigten Versionen handeln. Eine Fassung befindet sich im Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig (Inv.-Nr. 767), eine zweite Version im Museum in Chemnitz, diese dritte Version befand sich in Winterthurer Privatbesitz. Professor Helmut Börsch-Supan schreibt hierzu: "Wegen seiner herausragenden Qualität halte ich es für eine eigenhändige Arbeit von Graff. In der Leichtigkeit der Handschaft scheint es mir sogar dem Braunschweiger Exemplar überlegen". Die Dargestellte und Anton Graff als Schöpfer des Gemäldes lassen sich überdies durch einen alten Klebezettel in Französisch auf der Rückseite des originalen Keilrahmens identifizieren: "Marie Magdalaine Platzmann (/...) à Berlin le 6 Decem(bre) 1752. morte le 8 Dec:(embre) 1790. (/) La mère de Henry Charles P:(latzmann/) a épousée apres de son (...) second mariage (...) Pierre Vigne peint par Graf la père". 76,5 cm x 63 cm, im Oval. Rahmen.
Beigefügt: Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 26.02.2024.
Lit./Vgl. Ekhart Berckenhagen: "Anton Graff. Leben und Werk", Berlin 1967, Nr. 1085-86.
Oil on canvas, relined. Old label with information about the sitter and painter on the reverse. Accompanied by an expertise from Professor Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 24th of February 2024.


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