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192. Internationale Kunstauktion - Teil II

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Lot 1630

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Lot 1630: Antoine Pesne

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €20,000 {{user_lang.PASSED}}



(1683 Paris - 1757 Berlin) Werkstatt attr.;
Doppelbildnis des Kupferstechers Georg Friedrich Schmidt, seiner Frau Dorothée (Dorothea) Luise aus "La Chose Impossible" von Jean de la Fontaine vorlesend
Pesne hat Schmidt (1712 - 1775) , der sich 1746 mit Dorothée Luise Wiedebandt (auch Viedebandt oder Videbant geschrieben) vermählte, mehrfach porträtiert. Das vorliegende Gemälde gibt eine außergewöhnliche private Interieurszene in effektvoller Licht- und Schattenmalerei wieder. Es ist in doppelter Hinsicht erzählerisch und ein Zeugnis der Freundschaft zwischen Pesne und dem Ehepaar. Dieses wird sitzend an einem Tisch geschildert, die Frau andächtig mit aufgestütztem Kopf und einem Lächeln ihrem Mann zuhörend, der das Buch in der Hand hält und seinen Kopf zum Betrachter umdreht, so als dieser ein weiterer, hinzukommender Gast imaginiert wird. Eine freche Katze am rechten Bildrand belebt die Szene. Das Gemälde ist in mehreren Versionen bekannt (vgl. Berckenhagen 275c); die erste, eigenhändige, signierte und 1748 datierte Version befand sich ehemals in der Berliner Gemäldegalerie und verbrannte im Mai 1945 im Flakturm in Berlin-Friedrichshain. Schmidt und seine Frau schlossen in den 1730er Jahren in Berlin eine enge persönliche Freundschaft zu Pesne, der wie der Architekt und Maler Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit Friedrich II. in engem, persönlichem Verkehr stand. Der bedeutende Porträtist Antoine Pesne wurde 1711 Hofmaler in Brandenburg-Preußen, war seit 1722 Direktor der Berliner Kunstakademie, zudem Lieblingsmaler Friedrich II. von Preußen, 1736-1740 lebte er am Musenhof des Kronprinzen in Rheinsberg. Pesne versorgte Schmidt mit einem Empfehlungsschreiben an Nicolas Lancret, mit dieser Empfehlung ging der deutsche Kupferstecher 1736 nach Paris, um dort sein Stecher-Handwerk zu perfektionieren. Nach ersten Erfolgen in Paris kehrte Schmidt im Herbst 1744, mitten im Zweiten Schlesischen Krieg, als nun renommierter Künstler nach Berlin zurück, wo er von Knobelsdorff und seinen alten Berliner Künstlerfreunden mit offenen Armen aufgenommen wurde. Dort trat er sein Amt als königlicher Hofkupferstecher im Dienst König Friedrich II. an und wurde ein Meister des Friderizianischen Rokoko. Schmidt hatte u. a. auch die Friedrichs Schriften zu illustrieren und eine Hausdruckerei im Berliner Schloss einzurichten; seine Illustrationen schmückten aber auch die in kleiner Auflage geheim erschienenen Gedichtbände des Königs. Schmidt erlangte europäischen Ruhm, so dass er 1757-1762 mit königlicher Erlaubnis auch am Hof in St. Petersburg tätig war. Öl/Lwd., doubl.; 87,5 cm x 116,5 cm. Rahmen.
Lit./Vgl. Wvz. von Ekhart Berckenhagen in: "Antoine Pesne", mit Textbeiträgen von Pierre du Colombier, Margarete Kühn u. Georg Poensgen (Einleitung), Berlin 1958, Wvz.-Nr. 275c.
Provenienz: Dalva Brothers Collection, New York.
Attributed to the studio of Antoine Pesne (1683 - 1757). Oil on canvas, relined.


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