Lot 157: Sehr seltener, kleiner Renaissance-Deckelhumpen
View description{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €5,500 {{user_lang.PASSED}}
Silber, voll vergoldet. Über aufgewölbtem, von Zungenfries umzogenem Stand mit gering ausgestelltem Standring ein zylindrischer Korpus in schmalen, profilierten Lippenrand übergehend. Die Wandung mittig achtfach facettiert und verziert mit ziselierten Waffenbündeln, ober- und unterhalb gefasst von zwei Reihen länglich getriebener, punzierter Buckel mit Volutendekor. Haubenartiger Scharnierdeckel, entsprechend der Wandung mit umlaufendem Zierband aus gegeneinander gestellten Voluten verziert und bekrönt von kleinem Kugelknauf über plastisch gestalteter Rosette aus eingedrehten Silberdrähten, sog. Schmeck. Seitlicher, schmaler und volutierter Ohrenhenkel mit Perldekor in zweigeteilter, durchbrochen gearbeiteter Daumenrast aus stilisiertem Blattwerk endend. Auf Bodenunterseite groß dargestelltes, graviertes Wappen des alten schlesischen Adelsgeschlechts von Kreckwitz, mit drei im Dreipass angeordneten Fischen mit gemeinsamem Kopf, sowie Monogr. "A.G.V.K." wohl für Adam Gallus von Kreckwitz und dat. "1629". Innen vergoldet. Gest., Beschauzeichen, Meister Nicolaus Weiß (wird Meister 1613). Gew. ca. 220 g. H. 11 cm.
Vgl. Kat. Germanisches Nationalmuseum, Bd. I, Teil 1, MZ 946, BZ 13; hierzu Bd. I, Teil 2, Abb. 537 ein vergleichbarer Humpen des Meisters im Iparmüvészeti Museum in Budapest sowie Kat. Schöner Trinken, Basel 2022, Kat.-Nr. 108, 119, zwei Nürnberger Humpen um 1620 mit ähnlicher Form und Dekor.
A very rare small Nuremberg Renaissance gilt silver tankard by Nicolaus Weiß (master since 1613). With coat of arms of old Silesian noble family von Kreckwitz and monogrammed. Gilt inside. Assay and master´s mark.
Deutsch. Nürnberg. Um 1629.
