Lot 1662: Philipp Otto Runge
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Philipp Otto Runge (1777 Wolgast - 1810 Hamburg)
Veilchen
Um 1806-1810 entstandener Scherenschnitt aus weißem Papier, auf textilem
Untergrund montiert. Der 2018 im Besitz der mit Runge eng verbundenen Künsterfamilie Speckter wiederentdeckte Pflanzenschnitt gehört zu dem bedeutenden Werkkomplex von Scherenschnitten im Oeuvre des Frühromantikers. Beim vorliegenden Veilchen liegt der besondere Reiz im Kontrast zwischen den flächenhaften, herzförmigen Blättern samt ihren geraden Stielen, und den filigranen, kleinen Blüten, die auf zarten, geschwungenen Stielen sitzen. Der harmonisch angelegte Scherenschnitt veranschaulicht die charakteristische Wuchsform der Pflanze in ihrer Ganzheit. Zeitlebens betrieb Runge die Kunst des Scherenschnitts, die bereits Goethe begeisterten, als er ihm selbst gefertigte zur Zimmerdekoration sandte. 1805 gelang Runge der künstlerische Durchbruch mit Radierungen zu seinen Scherenschnitten in dem Zyklus "Die Zeiten", der in einer Erstauflage von 25 Exemplaren erschien. Eines erwarb Goethe und schmückte damit sein Musikzimmer mit der Beurteilung: "zum rasend werden, toll und schön zugleich". Scherenschnitt ca. 11 x 24,5 cm. Rahmen.
Das Werk wurde durch die Runge-Experten Dr. Hinrich Sieveking und Dr. Markus Bertsch im Februar 2018 in Hamburg im Original begutachtet.
Provenienz: Familie Speckter, Hamburg; durch Erbfolge im Privatbesitz,
BadenWürttemberg.
White paper cut mounted on textile covered backing board, circa 1806-1810. Examined by Dr. Hinrich Sieveking and Dr. Markus Bertsch, February 2018 in Hamburg.
