Lot 774: Große Figurengruppe "Die drei Grazien". Originaltitel
View description{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €12,500 {{user_lang.LOT_SOLD}}
Große Figurengruppe "Die drei Grazien". Originaltitel Rechteckige, marmorierte Plinthe. Um eine profilierte, goldstaffierte Rundsäule, umzogen von einem Ornamentfries aus stilisierten Akanthusblättern, plastischen Rosenblüten und Perlschnur, antikisierende Darstellung der drei Grazien Aglaia (die "Strahlende"), Euphrosyne (die "Frohsinnige") und Thalia (die "Blühende") mit Lendentüchern in inniger Umarmung stehend. Zwei der Chariten dem Betrachter zugewandt, Trauben bzw. Blumen in den Händen haltend. Polychrome Malerei mit Goldstaffage. Entw. Christian Gottfried Jüchtzer, 1784. Modell-Nr. H 71. Minim. best.; Schwertermarke. H. 40 cm. 35 cm x 21 cm.
Die nach hellenistischem Vorbild gestaltete Gruppe der "Drei Grazien", Töchter des Zeus und der Eurynome, die Anmut, Schönheit und Heiterkeit symbolisieren, geht auf ein beliebtes und vielmals rezipiertes Motiv in der bildenden Kunst zurück. In Meissener Porzellan thematisiert Johann Friedrich Eberlein das Sujet bereits 1744/45 in einem, später von Kaendler überarbeitetem Figurenmodell. Der Modelleur an der Manufaktur und Mitarbeiter von Kaendler, Christian Gottfried Jüchtzer (1752-1812) wurde 1752 in Meissen geboren und genoss die Ausbilung der Manufaktur. Inspiriert durch die Dresdner Antikensammlung und der Meng'schen Abgüsse von berühmten Antiken, entwarf er zahlreiche allegorische und mythologische Figurengruppen, die in Biskuitporzellan ausgeführt wurden. Stilistisch ist Jüchtzers Figurengruppe ein bemerkenswertes Beispiel für die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur des ausgehenden 19. Jhs.
Vgl. Berling, Festschrift, S. 73, Abb. 176; Ausst.Kat. Meißner Porzellan 1710 bis zur Gegenwart, Nr. 58, Slg. Pauls, S. 362,394; P. von Spee, Die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur (Diss.), Bonn, 2004, S. 109ff.
A large porcelain figure group "The three graces" modelled by Ch.G. Jüchtzer. Minor chipped. Crossed swords mark.
Meissen. 2. Hälfte 19. Jh.
